Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens lanciert Standortmarke „Ostbelgien“


Aktuell berichtet Tagesschau.de über die Umbenennung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens in „Ostbelgien“. Hier können Sie den Artikel lesen bzw. den zugrunde liegenden Radiobeitrag des WDR hören.

Seit dem Frühjahr 2017 werben die Regierung und das Ministerium bereits mit der Standortmarke Ostbelgien, wie der öffentlich-rechtliche Belgische Rundfunk (BRF) am 16. März 2017 berichtet:

Der Begriff ist nicht neu, nun soll „Ostbelgien“ aber gezielt als Marke eingesetzt werden, um den Wirtschafts- und Lebensstandort bekannt zu machen. Unternehmer, Kulturschaffende, Vereinigungen und andere Interessenten können sich dieser Marke anschließen. In erster Linie soll die Vermarktungsstrategie Ostbelgien als Wirtschafts- und Lebensstandort bekannt machen. Das geschieht ausdrücklich mit der deutschen Bezeichnung „Ostbelgien“. Sie tritt in der Außendarstellung an die Stelle des Kürzels DG für Deutschsprachige Gemeinschaft.“

Es überrascht nicht, dass diese Entscheidung im komplexen föderativen Gefüge des Königreichs Belgien für Konfliktstoff sorgt. So bezweifelt der wallonische Essayist und Rattachist Jules Gheude in seinem Kommentar Vous avez dit Ostbelgien?“ (La Libre, 6. April 2017), ob diese Umbenennung in Einklang mit der belgischen Verfassung steht.

Genau diese Zweifel scheint Ministerpräsident Oliver Paasch von der Regionalpartei ProDG bereits im Grenzecho vom 14. März 2017 ausräumen zu wollen, indem er betont: „Wir bleiben natürlich die Deutschsprachige Gemeinschaft. Das steht ja auch so in der Verfassung. Aber in der Außendarstellung stellen wir uns komplett unter das Dach Ostbelgien.

Das Nachrichtenportal Ostbelgiendirekt merkt hierzu an: „Was auf den ersten Blick nach Haarspalterei ausschaut, ist durchaus von Brisanz, denn rein formal könnte zum Beispiel ein Beschluss der Regierung oder des Parlaments, in dem von „Ostbelgien“ statt von der „Deutschsprachigen Gemeinschaft“ die Rede ist, angefochten werden.“ (Ostbelgiendirekt.be, 6. April 2017)

Die beiden flämischen Tageszeitungen De Standaard und De Morgen drucken zum Thema lediglich eine BELGA-Agenturmeldung ab.

Wer noch mehr über die „Standortmarke Ostbelgien“ wissen möchte, findet hier zwei Beiträge vom BRF vom 20. September 2016: „Ostbelgien“ anstelle von „DG“ und Hat „DG“ ausgedient?

Die Markenarchitektur für Ostbelgien finden Sie hier.

In diesem Kontext ebenfalls interessant ist ein Beitrag in Ostbelgiendirekt vom 29. November 2013: DG, Ostbelgien, Vennland: Wie sollen wir unser Gebiet eigentlich nennen?

Haus Grand Ry in Eupen, seit 1984 Regierungssitz der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien

Bildnachweis: By Eupen011.jpg: Frinck51, Private collection derivative work: Alupus (Eupen011.jpg) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

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