Aktuelle Neuerscheinungen zur Beneluxforschung

Gerne machen wir Sie auf folgende drei Neuerscheinungen zur Beneluxforschung aufmerksam:

Zitat aus dem Klappentext: „De Indonesische archipel heeft meer dan 450 jaar strijd geleverd tegen buitenlandse handelscompagnieën en mogendheden. Bijna altijd was er wel ergens oorlog, vaak op meer plaatsen tegelijk. Dit boek geeft een gedetailleerd overzicht van de honderden militaire acties en expedities. Portugezen, Spanjaarden, Engelsen, Fransen, Japanners, en met name ook de Nederlanders, voerden hun koloniale oorlogen in de archipel vooral vanwege economisch gewin – volgens het devies van Jan Pieterszoon Coen: ‘Geen handel zonder oorlog’. Hun legers vormden de ruggengraat van het koloniaal systeem, dat ook door tijdgenoten in Europa al bekritiseerd is. Door zijn brede aanpak en uitgebreide registers is het boek tevens een naslagwerk over de geschiedenis van Indonesië. Het laat zien hoe behalve vrijheidsdrang ook de islam een belangrijke rol speelde in het verzet tegen vreemde overheersers.“

Zitat aus dem Klappentext: „This book addresses the many avenues that are still left unexplored when it comes to our understanding of the First World War in the Low Countries. With the ongoing the centenary of the Great War, many events have been organized in the United Kingdom to commemorate its military events, its socio-political consequences, and its cultural legacy. Of these events, very few have paid attention to the fates of Belgium or the Netherlands, even though it was the invasion of Belgium in August 1914 that was the catalyst for Great Britain declaring war. The occupation of Belgium had long-term consequences for its people, but much of the military and social history of the Western Front concentrates on northern France, and the Netherlands is largely forgotten as a nation affected by the First World War. By opening the field beyond the military and beyond the front, this collection explores the interdisciplinary and international nature of the Great War.“

Zitat aus dem Klappentext: „Zwischen dem deutschen und niederländischen Sprachraum existieren seit jeher umfassende kulturelle Wechselbeziehungen. Insbesondere sprachliche und literarische Einflüsse sowie der Austausch von Wissen auf zahlreichen Gebieten belegen den intensiven Kulturtransfer. Dieser beschränkt sich jedoch nicht auf das Grenzgebiet zwischen Deutschland, den Niederlanden und Flandern/Belgien, sondern zieht weite Kreise über Hamburg, Frankfurt oder Paris bis nach Indonesien und in den Süden Afrikas.“

Diese Festschrift für Heinz Eickmans enthält Beiträge u.a. von Hans Beelen, Ute K. Boonen, Ralf-Peter Fuchs, Simone Frank, Sabine Jentges, Tina Konrad, Ludger Kremer, Horst Lademacher, Maria-Theresia Leuker, Ann Marynissen, Lut Missinne, Robert Peters, Friedel Helga Roolfs, Rita Schlusemann und Frederike Zindler.

Alle Titel sind im Bestand des FID Benelux und können direkt vor Ort oder per Fernleihe entliehen werden.

Bildnachweis: Coverabbildung mit freundlicher Genehmigung des Waxmann Verlags

Kennen Sie schon das Museumskoffer-Projekt am BELZ?

Im Rahmen des zweiten Belgientags am Belgienzentrum (BELZ) der Universität Paderborn (siehe unseren Beitrag vom 22.04.2018) fand auch eine Präsentation ausgewählter Museumskoffer statt. Museumskoffer sind didaktische Medien, die anhand repräsentativer Objekte im Raum eines Koffers spezifische Thematiken anschaulich präsentieren und vermitteln. Sie werden vor allem von Museen und Schulen als Unterrichtsmedien genutzt. An der Universität Paderborn werden sie im Fach Kunst seit 2002 in Seminaren und Projekten von Studierenden hergestellt.

In Kooperation mit der Université catholique de Louvain (Geneviève Warland) und der Stiftung Museum der Belgischen Streitkräfte in Deutschland in Soest haben belgisch-deutsche Studierende nun die Möglichkeit gehabt, eigene Museumskoffer zu entwerfen. Sehen Sie hierzu auch den Fernsehbeitrag der WDR Lokalzeit OWL vom 16.05.2018.

An dieser Stelle möchten wir Ihnen als Beispiel den bereits fertigen Museumskoffer zum Thema „Belgisch-Kongo“ präsentieren, den die Studierende Anna Kaup im Rahmen einer Masterarbeit im Fach Kunst an der Universität Paderborn erstellt hat:

„Der Museumskoffer „Belgisch-Kongo“ soll mit Hilfe einer fiktiven Biografie eines belgischen Soldaten, welcher 1955 in den Belgisch-Kongo kommt, eine kritische Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit anregen. Im Zentrum steht das Tagebuch des Soldaten Hain Van Elslander, welcher in seiner Erzählung auf die folgenschweren Geschehnisse des Kongo-Freistaats zurückblickt und insbesondere den Belgisch-Kongo fokussiert.
Die Erlebnisse des Soldaten bilden den Rahmen des Koffers, in dem eine Vielzahl von Objekten aus der Erzählung des Tagebuchs wiederzufinden ist. Zudem ist der Koffer in zwei Hälften unterteilt: Eine Seite zeigt die persönlichen Dinge des Soldaten, wie eine Feldflasche, das persönliche Barett, eine Erkennungsmarke, ein Fotoalbum etc. In der rechten Hälfte des Museumskoffers hingegen sind Kulturgüter des Kongo zu finden. Hier stehen authentische Objekte eher klischeebehafteten Gegenständen und Materialien gegenüber, wodurch kritische Reflexionen in Bezug auf Stereotype und Vorurteile entstehen können. Der Comic „Tim im Kongo“ soll beispielsweise durch pädagogische Arbeitsanregungen und Reflexionsfragen zu Diskussionen über rassistische Denkansätze anregen.
Im Koffer sind zudem zu ausgewählten Objekten didaktisch-methodische Anregungen zu finden, welche handlungsorientierte und individuelle Herangehensweisen an die Thematik bieten.“ (Anna Kaup)

Spezielle Informationen zum Museumskoffer „Belgisch-Kongo“ erhalten Sie bei Anna Kaup. Weitere Informationen zum Museumskoffer-Projekt erhalten Sie bei Sabine Schmitz, der Vorstandsvorsitzenden des BELZ an der Universität Paderborn.

Museumskoffer „Belgisch Kongo“ von Anna Kaup

Bildnachweis: Anna Kaup

Rezensionen mit Benelux-Bezug: Francia-Recensio (2018), 2

Die aktuelle Ausgabe der vom Deutschen Historischen Institut Paris herausgegebenen Francia-Recensio bietet wieder eine Fülle interessanter Rezensionen, von denen sich die folgenden mit beneluxbezogenen Themen aus den Bereichen Mittelalter, Frühe Neuzeit und Neueste Geschichte beschäftigen:

Mittelalter (500–1500)

Frühe Neuzeit – Revolution – Empire (1500–1815)

  • Thomas Kaufmann, Elmar Mittler (Hg.): Reformation und Buch. Akteure und Strategien frühreformatorischer Druckerzeugnisse, Wiesbaden (Harrassowitz Verlag) 2016, rezensiert von Jean-Claude Colbus. In diesem Sammelband ist ein beneluxbezogener Beitrag enthalten mit dem Titel „Researching Printing in the Low Countries (1500—1550). The Case of Luther’s Publications“ (Marieke van Delft).
  • Erika Kuijpers, Cornelis van der Haven (Hg.): Battlefield Emotions 1500–1800. Practices, Experience, Imagination, Basingstoke, Hampshire (Palgrave Macmillan) 2016, rezensiert von Maren Lorenz. In diesem Sammelband sind drei beneluxbezogene Beiträge enthalten mit den Titeln „Drill and Allocution as Emotional Practices in Seventeenth-Century Dutch Poetry, Plays and Military Treatises“ (Cornells van der Haven), „Emotions, Imagination and Surgery. Wounded Warriors in the Work of Ambroise Paré and Johan van Beverwijck“ (Bettina Noak) und „The Sidelong Glance. Tracing Battlefield Emotions in Dutch Art of the Golden Age“ (Lisa De Boer).

19.–21. Jahrhundert

  • Knud Andresen, Bart van der Steen (Hg.): A European Youth Revolt. European Perspectives on Youth Protest and Social Movements in the 1980s, Basingstoke, Hampshire (Palgrave Macmillan) 2016, rezensiert von Jakob Warnecke. In diesem Sammelband ist ein beneluxbezogener Beitrag enthalten mit dem Titel „Amsterdam Squatters on the Road. A Case Study in Territorial and Relational Urban Politics“ (Linus Owens).
  • Rob Johnson: True to their Salt. Indigenous Personnel in Western Armed Forces, London (Hurst Publishers) 2017, rezensiert von Raffael Scheck.
  • Gerrit Jasper Schenk, Alfried Wieczorek, Monica Juneja, Christoph Lind (Hg.): Mensch. Natur. Katastrophe. Von Atlantis bis heute, Regensburg (Schnell + Steiner) 2014, rezensiert von Thomas Labbé. In diesem Sammelband sind drei beneluxbezogene Beiträge enthalten mit den Titeln „Der Ausbruch des Tambora und das »Jahr ohne Sommer« 1816“ (Daniel Krämer), „Tambora 1815“ (Peter Rothe) und „Das »größte erdumspannende Experiment«. Die Explosion von Krakatau im Jahr 1883“ (Matthias Dörries).
  • Oliver von Wrochem (Hg.): Repressalien und Terror. »Vergeltungsaktionen« im deutsch besetzten Europa 1939–1945, Paderborn, München, Wien, Zürich (Ferdinand Schöningh) 2017, rezensiert von Corinna von List. In diesem Sammelband ist ein beneluxbezogener Beitrag enthalten mit dem Titel „Die »Vergeltungsaktionen« in Murat, Meensel-Kiezegem und Putten und das Schicksal der in das KZ Neuengamme Deportierten“ (Katharina Hertz-Eichenrode).

Neu im Web: Surinamische Sklavenregister

Der 1. Juli ist in Surinam und in den Niederlanden alljährlich der Gedenktag für die Abschaffung der Sklaverei in Surinam im Jahr 1863. Die Surinamer feiern an diesem Tag „Ketikoti“, was auf Sranantongo soviel bedeutet wie „das Fest der gebrochenen Ketten“. Pünktlich zu diesem Termin wurde jetzt mit der Datenbank Suriname: Slavenregisters eine wichtige Online-Quelle zur Geschichte der Sklaverei freigeschaltet.

In den surinamischen Sklavenregistern sind die Daten von schätzungsweise achtzigtausend Personen nachgewiesen, die dort zwischen 1830 und 1863 als Sklaven lebten. Die bislang nur sehr eingeschränkt zugänglichen Verzeichnisse gehören zum Bestand des Surinamischen Nationalarchivs und wurden nun im Rahmen des Crowdfunding-Projektes „Maak de Surinaamse slavenregisters openbaar“ digitalisiert und erschlossen. Für die Digitalisierung der Register sorgte das Niederländische Nationalarchiv.

Mehr Informationen …

Direkt zur Datenbank Suriname: Slavenregisters auf den Seiten des Niederländischen Nationalarchivs und auf den Seiten des Surinamischen Nationalarchivs.

 

Detail aus dem Sklavenregister

Bildnachweis: Der Index „Suriname: Slavenregisters“ wird von der Stichting Historische Database Suriname unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0 NL licentie bereitgestellt.

Tagungsbericht: Hybridisation in Natural History?

Auf H-Soz-u-Kult ist ein Tagungsbericht von Katrin Blombach über den Workshop Hybridisation in Natural History? Materials and Texts Between Asia and Europe, 17th and 18th Centuries erschienen, der vom 21. bis zum 24. Februar 2018 am Institut für Niederlandistik der Universität zu Köln stattgefunden hat. Es handelt sich um den Abschlussworkshop des DFG-Projekts Zirkulation in asiatisch-europäischen Wissensräumen: G.E. Rumphius und seine Texte, ca. 1670-1755.

Hier geht es zum Tagungsbericht auf H-Soz-u-Kult.

Hier finden Sie den ähnlich lautenden Tagungsbericht von Katrin Blombach im Blog rumphius.hypotheses.org.

Abbildung einer „Myristica fragrans“ (Muskatnussbaum)

Bildnachweis: von Arckenhausen.; Blume, Karl Ludwig; Henry, Aimé; Henry, Aimé; Payen.; Sulpke, C. G. [Public domain], via Wikimedia Commons

Vortrag [Bremen, 16.05.2018]: Warja Kuttner – Krankheiten und medizinische Versorgung an Bord niederländischer Ostindienfahrer der VOC

Warja Kuttner (Universität Hamburg) hält am 16. Mai 2018 um 18 Uhr im Rahmen des Forschungskolloquiums zur Neueren Geschichte (Universität Bremen) einen Vortrag mit dem Titel „Als bekamen wir einen rechten Spital auf unserem Schiff“ – Krankheiten und medizinische Versorgung an Bord niederländischer Ostindienfahrer der VOC.

Der Vortrag findet im Raum SFG 1020 statt (Seminar- und Forschungsverfügungsgebäude, Enrique-Schmidt-Straße 7).

Download: Plakat der Veranstaltung (als PDF-Datei)

Historikertag [25.-28.09.2018, Münster]: Fachsektionen zum Partnerland Niederlande

Vom 25. bis 28. September 2018 findet der 52. Deutsche Historikertag an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster unter dem Motto „Gespaltene Gesellschaften“ statt. Das diesjährige Partnerland werden die Niederlande sein.

Heute haben wir Ihnen einen Überblick der Veranstaltungen mit Niederlande-Bezug in den Fachsektionen zusammengestellt. Die zahlreichen Sonderveranstaltungen mit Niederlande-Bezug im wissenschaftlichen Begleitprogramm sowie die verschiedenen Aktivitäten des FID Benelux auf dem Historikertag werden wir Ihnen in Kürze in gesonderten Blogbeiträgen präsentieren.

Mittelalter

Neuere und Neueste Geschichte

Zeitgeschichte

Epochenübergreifend

Doktorandenforum

  • Lisa Korge (Konstanz): Kolonialer Straßenbau in Niederländisch-Indien

 

Der Historikertag 2018 ist mit Social-Media-Auftritten auf Twitter und Facebook vertreten.

Hier finden Sie das vollständige Programm des Historikertages 2018 im Überblick.

Anmeldungen sind ab sofort möglich unter diesem Link (bis zum 14. August ohne Nachmeldegebühr, danach bis zum 23. September 2018 mit 25 € Nachmeldegebühr).

Münster Prinzipalmarkt

Bildnachweis: Bernhard Liemann/FID Benelux