Margot Vanderstraeten erhält E. du Perronprijs 2017

Die flämische Autorin Margot Vanderstraeten erhält in diesem Jahr den E. du Perronprijs für ihr Werk Mazzel tov (Amsterdam/Antwerpen: Atlas Contact, 2017). Hierin erzählt die Nichtjüdin Vanderstraeten von ihren Erfahrungen als Kindermädchen in einer chassidischen Familie im jüdischen Viertel Antwerpens.

Der von der Gemeinde Tilburg verliehene Preis wird am 18. April 2018 im Brabants Kenniscentrum Kunst en Cultuur in Tilburg überreicht. Vor der Preisverleihung hält die niederländische Autorin Marja Pruis die E. du Perronlezing mit dem Titel Arrogantie.

Vom Titel Mazzel Tov wurden innerhalb von acht Monaten 35.000 Exemplare verkauft. Verlage aus Deutschland, Polen und Großbritannien haben sich bereits die Rechte an den Übersetzungen gesichert.

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Der ausgezeichnete Titel ist im Bestand des FID Benelux und kann direkt vor Ort oder per Fernleihe entliehen werden.

Direkt zum Thema ist noch bis zum 31. August 2018 die Sonderausstellung Buren 2018 in der Kazerne Dossin zu sehen. Passagen aus Vanderstraetens Mazzel Tov treten hier in Dialog mit Fotografien des im Diamantendistrikt Antwerpens aufgewachsenen Dan Zollmann. Der Titel Buren 2018 soll nicht nur auf die Gegenwart jüdischer Kultur in der Nachbarschaft hinweisen. Vielmehr ist 2018 gleichzeitig auch der Postleitzahlbezirk, in dem das jüdische Viertel Antwerpens liegt.

Margot Vanderstraeten (2012)

Bildnachweis: By Tom Van Nuffel (wikiportret.nl) [CC BY 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons 

Dissertation Renée Wagener: Die jüdische Minderheit in Luxemburg

„Die jüdische Minderheit in Luxemburg und das Gleichheitsprinzip. Staatsbürgerliche Emanzipation vs. staatliche und gesellschaftliche Praxis vom 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts“ lautet der Titel der Dissertation, mit der die luxemburgische Historikerin Renée Wagener 2017 an der Fernuniversität Hagen promoviert wurde.

Zitat aus dem Klappentext: „Der in der jüdischen Emanzipation enthaltene Gleichheitsgedanke erfuhr in der Lebenswirklichkeit der Juden und Jüdinnen Luxemburgs nur teilweise seine Umsetzung. Die gesellschaftliche Marginalisierung der jüdischen Minderheit äußerte sich in antisemitischer Diffamation oder in Passivität angesichts von rassisch begründeter Verfolgung, die staatliche Diskriminierung zeigte sich im Umgang mit der jüdischen Minderheit als einer minoritären Religionsgemeinschaft oder bei der Entschädigungspolitik der Nachkriegszeit. Welche Faktoren aber führten dazu, dass dieser Gleichheitsgedanke nicht integral verwirklicht wurde? Welche Mechanismen verhinderten bzw. erschwerten die Verwirklichung des Gleichheitsprinzips? Welche Strategien entwickelten die Angehörigen der jüdischen Minderheit, um ihr Recht auf Gleichbehandlung durchzusetzen? Und inwiefern stellt sich am Beginn des 21. Jahrhundert die Frage der staatsbürgerlichen Anerkennung der jüdischen Minderheit noch? Die vorliegende Arbeit versucht, Antworten auf diese Fragen zu geben.“

Hier finden Sie den Link zum Volltext der Dissertation.

Naziaufmarsch vor der Alten Synagoge in Luxemburg, die 1943 von den deutschen Besatzern zerstört wurde (Foto zwischen 1940 und 1943)

Bildnachweis: See page for author [CC BY-SA 3.0 lu], via Wikimedia Commons

Tagungsbericht: 500 Years of Reformation. Jews and Protestants – Judaism and Protestantism [Jerusalem, 12.-14.02.2017]

Auf H-Soz-u-Kult ist heute ein Tagungsbericht von Moshe Sluhovsky über die Konferenz „500 Years of Reformation. Jews and Protestants – Judaism and Protestantism“ erschienen, die vom 12. bis 14. Februar 2017 am Leo Baeck Institut in Jerusalem stattfand. Hierin wird auch vom folgenden Vortrag mit Benelux-Bezug berichtet:

  • Alexander van der Haven (Ben-Gurion University of the Negev, Beer Sheva): Predestination and toleration: The sole persecution of Jews in the Dutch Republic in the context of Calvinist debates about free will.

Hier geht es zum Tagungsbericht auf H-Soz-u-Kult.

Feature im Deutschlandfunk: Halb Auserwählt. Jüdische Außenseiter in den Niederlanden

Der Deutschlandfunk hat am 20.12.2016 ein Feature mit dem Titel „Halb Auserwählt. Jüdische Außenseiter in den Niederlanden“ gesendet.

Aus dem Ankündigungstext:

„Während des Zweiten Weltkriegs wurden 80 Prozent der Juden in den Niederlanden deportiert und ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg scheuten sich viele der Überlebenden, ihre jüdische Identität offen zu zeigen. Viele verließen das Land. Ihre Erinnerung an die deutsche Besatzung und die Haltung der niederländischen Bevölkerung stand im Widerspruch zur offiziellen Erinnerungspolitik, die das Bild vom heldenhaften und entschlossenen Widerstand verbreitete. Auch die zweite und dritte Nachkriegsgeneration wuchs mit dem Gefühl auf, dass es besser ist, über ihren jüdischen Hintergrund zu schweigen.“

Hier können Sie den Radiobeitrag anhören oder herunterladen.

Rezensionen: Tanja von Fransecky – Flucht von Juden aus Deportationszügen

Auf Spiegel Online rezensiert Christoph Gunkel unter der Überschrift 764 Sprünge in die Freiheit das Buch „Flucht von Juden aus Deportationszügen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden“ von Tanja von Fransecky, das im März im Metropol Verlag Berlin erschienen ist. Auch Deutschlandradio Kultur berichtete – noch vor der Veröffentlichung – über das Buch; der Beitrag kann online noch angehört werden.

Zum Nachlesen und -hören hier die Links zur Spiegel-Rezension und zum Deutschlandradio-Beitrag.

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Rezension: Insa Meinen & Ahlrich Meyer – Verfolgt von Land zu Land

Im Feuilleton der Neuen Zürcher Zeitung von gestern wird das neue Buch von Insa Meinen und Ahlrich Meyer „Verfolgt von Land zu Land. Jüdische Flüchtlinge in Westeuropa 1938–1944“ rezensiert. Die Studie, in deren Mittelpunkt Belgien steht, untersucht die Flucht von Juden quer durch Europa während des Nationalsozialismus anhand einer Vielzahl von Quellen. Die NZZ schreibt:

    „Die Quellen – polizeiliche Dossiers, amtliche Register, Deportationslisten und andere – sind durchgehend digitalisiert worden, also im Internet verfügbar. Die Studie ist damit ein vorbildliches Beispiel der «Digital Humanities». Doch Digitalisierungseuphorie liegt den Autoren fern. Beinahe unheimlich nämlich erscheint ihnen das mithilfe von Datenbanken und Datenaggregation generierte präzise Wissen über die Opfer.  […] Beängstigend dünkt die beiden der Gedanke, der deutschen Bürokratie von damals hätten die technisch-digitalen Mittel von heute zur Verfügung gestanden. – Es wären noch weniger Fluchten geglückt.“

Hier lesen Sie die gesamte Rezension: In den Tod gehetzt [NZZ, 12.3.2014]

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Tagung [Münster, 13./14.03.2014]: Geschichte der Juden in den Niederlanden

Am 13. und 14. März 2014 findet im Haus der Niederlande in Münster eine Tagung zur Geschichte der Juden in den Niederlanden statt, die sich sowohl an das akademische Fachpublikum als auch an die historisch und zeitgeschichtlich interessierte Öffentlichkeit richtet. Die Veranstaltung bildet den Abschluss der vom Zentrum für Niederlande-Studien durchgeführten Anne Frank-Reihe. Zwischen den Vorträgen verschiedener Historiker/innen aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien wird es Gelegenheit zur Diskussion geben.

Eine Anmeldung zur Tagung ist noch bis morgen, 07.03.2014, möglich.

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