Tagungsbericht: Belgien und Europa. 1. Belgientag am BELZ [Paderborn, 09.05.2017]


Fast ein Jahr ist es her, dass an der Universität Paderborn das Belgienzentrum (BELZ) offiziell eröffnet worden ist. Am 9. Mai diesen Jahres, dem Europatag der Europäischen Union, hat hier unter dem Thema „Belgien und Europa“ erstmalig ein Belgientag stattgefunden.

Zunächst referierte mit Ghislain D’hoop der belgische Botschafter in Deutschland zum Tagungsthema, indem er den gegenwärtigen Zustand der Europäischen Union als das Resultat einer Integrationsdynamik zwischen Fortschritt und Enttäuschung beschrieb. Immer wieder hätte es Momente gegeben, in denen sich die europäische Zusammenarbeit scheinbar in einer Sackgasse befunden habe, weil einzelne Mitgliedsstaaten tiefer gehende Integrationsschritte nicht hätten mittragen können oder wollen. Immer wieder seien aber auch Auswege aus diesen Situationen gefunden worden. So müsse man auch gegenwärtig Wege finden, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Das derzeit viel diskutierte Modell eines Europas der verschiedenen Geschwindigkeiten sei übrigens u.a. durch die Eurozone und den Schengen-Raum de facto längst Realität.

Es folgten zwei Kurzvorträge von Paderborner Promovenden. Marie Weyrich sprach zu „Blau ist eine warme Farbe. Die besondere Verwendung einer Farbe durch Julie Maroh“. Sebastian Bischoff referierte zu „Kriegsziel Belgien. Annexionsdebatten und nationale Feindbilder in der deutschen Öffentlichkeit (1914-1918)“.

Nach der Mittagspause, in der verschiedene Anbieter belgischer Spezialitäten sich im Zentrum der Campusuniversität präsentieren durften, war es dann an den offiziellen Vertretern der gliedstaatlichen Ebenen Belgiens, ihre Sicht auf das Tagungsthema vorzutragen. Es sprachen Julie Bynens (Generaldelegierte der Regierung Flanderns bei der EU), Anna Quadflieg (Vertreterin Ostbelgiens, der Französischen Gemeinschaft und der Wallonischen Region in Berlin) sowie Luc Paque (Vertreter der Föderation Wallonie-Brüssel bei der EU). Hierbei wurden die feinen Unterschiede in ihren innerbelgischen und europapolitischen Auffassungen deutlich. Gleichzeitig wurde auf diesem Weg so manchem deutschen Zuhörer die Komplexität des politischen Systems Belgiens einmal mehr vor Augen geführt. Insgesamt, so Volker Peckhaus als Dekan der Fakultät für Kulturwissenschaften, sei Belgien eben nicht nur als Beispiel für den berühmten belgischen Konsens so spannend, sondern auch für den Umgang mit Einheit in Vielfalt.

Abgerundet wurde der Tag durch ein Konzert des belgischen Jazz-Duos SCHNTZL, ausgerichtet von der belgischen Botschaft.

Schließlich weisen wir gerne darauf hin, dass es ab dem Wintersemester 2017/18 allen Studierenden der Universität Paderborn möglich sein wird, ein Belgienzertifikat zu erwerben. Hier finden Sie mehr Informationen (PDF-Datei).

 

„Belgien und Europa“ war das Thema des ersten Belgientags am BELZ in Paderborn

Bildnachweis: Bernhard Liemann/FID Benelux

Ausstellung [Erlangen 26.05.-26.06.2016]: Comics aus Flandern und den Niederlanden


Auf dem 17. Internationalen Comic-Salon Erlangen sind die Niederlande und Flandern gleich doppelt vertreten, Zitat:

„Unter dem Titel ‚Parade‘ werden nicht nur in einer Ausstellung Arbeiten der Belgier Brecht Evens, Ben Gijsemans, Olivier Schrauwen, Simon Spruyt sowie des Niederländers Guido van Driel gezeigt, die fünf Künstler sind auch in Erlangen zugegen und werden sich während der Salon-Tage bei der Arbeit über die Schulter schauen lassen.“

Parade – Comics aus Flandern und den Niederlanden ist ein Beitrag zum offiziellen Ehrengast-Programm anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2016.

Mehr Informationen …

Veranstaltungstipp [Gent, 25.5.-30.6.]: Comicausstellung „La Boîte à Gand“


Auf dem internationalen Comicfestival von Angoulême im Januar 2013 präsentierte der Vlaams Fonds voor de Letteren in der vielbeachteten Ausstellung ‘La Boîte à Gand’  die Arbeiten junger flämischer Künstler. Diese Ausstellung geht jetzt auf Rundreise durch Europa. Premiere ist Belgien: vom 25. Mai bis 30.Juni 2013 zeigen Brecht Evens, Brecht Vandenbroucke, Hannelore Van Dijck, Sarah Yu Zeebroek und Lotte Van De Walle ihre Werke in der Sint-Lucas-Kapelle in Gent.

Mehr Informationen finden Sie beim Vlaams Fonds voor de Letteren.

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