Tagung [26.-27.10.2017, Paderborn]: Erinnerungsorte in Belgien zwischen lokaler, regionaler und nationaler Sinnstiftung


Am 26. und 27. Oktober 2017 findet am Belgienzentrum der Universität Paderborn die Tagung „Erinnerungsorte in Belgien zwischen lokaler, regionaler und nationaler Sinnstiftung“ statt. Der überwiegende Teil der Vorträge ist in französischer Sprache angekündigt.

Nähere Informationen zur Arbeitstagung finden Sie hier.

 

Bildnachweis: © Belgienzentrum (BELZ)

Open Access: War Graves, War Cemeteries, and Memorial Shrines as a Building Task (1914 to 1989)


Die RIHA – International Association of Research Institutes in the History of Art gibt seit 2010 kostenlos die Open-Access-Zeitschrift RIHA Journal heraus.

Der jüngst erschienene Sonderband „War Graves, War Cemeteries, and Memorial Shrines as a Building Task (1914 to 1989). Die Bauaufgabe Soldatenfriedhof/Kriegsgräberstätte zwischen 1914 und 1989“ geht zurück auf zwei Tagungen aus dem Jahre 2014 an der Humboldt-Universität zu Berlin und am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München.

Im Sonderband sind auch zwei Beiträge mit Bezug zu Belgien enthalten:

Zusätzlich stehen Ihnen die Beiträge als PDF zum Gratis-Download unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 zur Verfügung.

Der deutsche Soldatenfriedhof Vladslo mit der Figurengruppe „Trauerndes Elternpaar“ von Käthe Kollwitz

Bildnachweis: By Davidh820 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens lanciert Standortmarke „Ostbelgien“


Aktuell berichtet Tagesschau.de über die Umbenennung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens in „Ostbelgien“. Hier können Sie den Artikel lesen bzw. den zugrunde liegenden Radiobeitrag des WDR hören.

Seit dem Frühjahr 2017 werben die Regierung und das Ministerium bereits mit der Standortmarke Ostbelgien, wie der öffentlich-rechtliche Belgische Rundfunk (BRF) am 16. März 2017 berichtet:

Der Begriff ist nicht neu, nun soll „Ostbelgien“ aber gezielt als Marke eingesetzt werden, um den Wirtschafts- und Lebensstandort bekannt zu machen. Unternehmer, Kulturschaffende, Vereinigungen und andere Interessenten können sich dieser Marke anschließen. In erster Linie soll die Vermarktungsstrategie Ostbelgien als Wirtschafts- und Lebensstandort bekannt machen. Das geschieht ausdrücklich mit der deutschen Bezeichnung „Ostbelgien“. Sie tritt in der Außendarstellung an die Stelle des Kürzels DG für Deutschsprachige Gemeinschaft.“

Es überrascht nicht, dass diese Entscheidung im komplexen föderativen Gefüge des Königreichs Belgien für Konfliktstoff sorgt. So bezweifelt der wallonische Essayist und Rattachist Jules Gheude in seinem Kommentar Vous avez dit Ostbelgien?“ (La Libre, 6. April 2017), ob diese Umbenennung in Einklang mit der belgischen Verfassung steht.

Genau diese Zweifel scheint Ministerpräsident Oliver Paasch von der Regionalpartei ProDG bereits im Grenzecho vom 14. März 2017 ausräumen zu wollen, indem er betont: „Wir bleiben natürlich die Deutschsprachige Gemeinschaft. Das steht ja auch so in der Verfassung. Aber in der Außendarstellung stellen wir uns komplett unter das Dach Ostbelgien.

Das Nachrichtenportal Ostbelgiendirekt merkt hierzu an: „Was auf den ersten Blick nach Haarspalterei ausschaut, ist durchaus von Brisanz, denn rein formal könnte zum Beispiel ein Beschluss der Regierung oder des Parlaments, in dem von „Ostbelgien“ statt von der „Deutschsprachigen Gemeinschaft“ die Rede ist, angefochten werden.“ (Ostbelgiendirekt.be, 6. April 2017)

Die beiden flämischen Tageszeitungen De Standaard und De Morgen drucken zum Thema lediglich eine BELGA-Agenturmeldung ab.

Wer noch mehr über die „Standortmarke Ostbelgien“ wissen möchte, findet hier zwei Beiträge vom BRF vom 20. September 2016: „Ostbelgien“ anstelle von „DG“ und Hat „DG“ ausgedient?

Die Markenarchitektur für Ostbelgien finden Sie hier.

In diesem Kontext ebenfalls interessant ist ein Beitrag in Ostbelgiendirekt vom 29. November 2013: DG, Ostbelgien, Vennland: Wie sollen wir unser Gebiet eigentlich nennen?

Haus Grand Ry in Eupen, seit 1984 Regierungssitz der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien

Bildnachweis: By Eupen011.jpg: Frinck51, Private collection derivative work: Alupus (Eupen011.jpg) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Konferenz [22.-23.06.2017, Canterbury]: Occupations in the Age of Total War. Micro Perspectives and Transnational Research


Am 22. und 23. Juni 2017 findet in Canterbury die Konferenz Occupations in the Age of Total War. Micro Perspectives and Transnational Research statt. Veranstalter sind das Centre for the Study of War, Propaganda and Society (University of Kent) und die Vakgroep Geschiedenis (Universiteit Gent) in Kooperation mit dem CegeSoma (Brüssel) und dem NIOD (Amsterdam).

Folgende Beiträge haben einen Benelux-Bezug:

  • Sophie De Schaepdrijver (Penn State/Kent): Military Occupations, ‚Sacrifice‘, and the Social Contract in Two World Wars
  • Jan Naert (Universiteit Gent): Governing under Occupation. Belgian and French Mayors during and after World War One, 1914-1921?
  • Jan Julia Zurné (CegeSoma): Maintaining Order in Occupied Belgium? The Brussels Public Prosecutor’s Office and Wartime Political Violence, 1940-1950
  • Peter Romijn (NIOD, Universiteit van Amsterdam): Dutch Functional Elites in the ‚Long Second World War‘, 1940-1949
  • Book Launch and Panel Discussion, Nico Wouters will briefly present his new book Mayoral Collaboration under Nazi Occupation Belgium, the Netherlands and the North of France (1938-46), followed by a panel discussion between the author and Pieter Lagrou (Université Libre de Bruxelles), Martin Conway (Oxford University) and Sophie De Schaepdrijver (Penn State/Kent), moderated by Stefan Goebel (Kent).
  • Ismee Tames (NIOD): Moving through Liminal Spaces in Occupation
  • Gertjan Leenders (Universiteit Gent): Denunciation to the Enemy in Belgium during the First and Second World War
  • Helen Grevers (Universiteit Gent): The People and the Purge. Grassroots Dynamics of the Punishment of Collaborators in Leuven, 1944-1947
  • Barbara Deruytter (Universiteit Gent): Popular Sentiments, Ideas and Experiences Expressed in Songs during and shortly after the Occupation of Belgium 1914-1918

Kostenpflichtige Anmeldungen sind noch bis zum 8. Juni 2017 möglich. Nähere Informationen finden Sie hier.

Konferenz [06.-07.07.2017, Konstanz]: Embedding Cultural Brokers. Institutionalisation and Impact in the Arts, Sciences and Economy


Am 6. und 7. Juli 2017 findet in Kooperation zwischen dem Fachbereich Geschichte und Soziologie der Universität Konstanz und der Faculty of History der University of Cambridge die Konferenz Embedding Cultural Brokers. Institutionalisation and Impact in the Arts, Sciences and Economy statt. Aus dem Veranstaltungstext:

Unter den zahlreichen Beiträgen findet sich einer mit dezidiertem Benelux-Bezug:

  • Johan Lagae (Universiteit Gent): Houses for “whose” culture? 1950s projects for cultural centres in the Belgian Congo.

Veranstaltungsort ist der Senatssaal der Universität Konstanz (Universitätsstraße 10).

Dieser Link führt Sie zum vollständigen Programm

Tagungsbericht: Belgien und Europa. 1. Belgientag am BELZ [Paderborn, 09.05.2017]


Fast ein Jahr ist es her, dass an der Universität Paderborn das Belgienzentrum (BELZ) offiziell eröffnet worden ist. Am 9. Mai diesen Jahres, dem Europatag der Europäischen Union, hat hier unter dem Thema „Belgien und Europa“ erstmalig ein Belgientag stattgefunden.

Zunächst referierte mit Ghislain D’hoop der belgische Botschafter in Deutschland zum Tagungsthema, indem er den gegenwärtigen Zustand der Europäischen Union als das Resultat einer Integrationsdynamik zwischen Fortschritt und Enttäuschung beschrieb. Immer wieder hätte es Momente gegeben, in denen sich die europäische Zusammenarbeit scheinbar in einer Sackgasse befunden habe, weil einzelne Mitgliedsstaaten tiefer gehende Integrationsschritte nicht hätten mittragen können oder wollen. Immer wieder seien aber auch Auswege aus diesen Situationen gefunden worden. So müsse man auch gegenwärtig Wege finden, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Das derzeit viel diskutierte Modell eines Europas der verschiedenen Geschwindigkeiten sei übrigens u.a. durch die Eurozone und den Schengen-Raum de facto längst Realität.

Es folgten zwei Kurzvorträge von Paderborner Promovenden. Marie Weyrich sprach zu „Blau ist eine warme Farbe. Die besondere Verwendung einer Farbe durch Julie Maroh“. Sebastian Bischoff referierte zu „Kriegsziel Belgien. Annexionsdebatten und nationale Feindbilder in der deutschen Öffentlichkeit (1914-1918)“.

Nach der Mittagspause, in der verschiedene Anbieter belgischer Spezialitäten sich im Zentrum der Campusuniversität präsentieren durften, war es dann an den offiziellen Vertretern der gliedstaatlichen Ebenen Belgiens, ihre Sicht auf das Tagungsthema vorzutragen. Es sprachen Julie Bynens (Generaldelegierte der Regierung Flanderns bei der EU), Anna Quadflieg (Vertreterin Ostbelgiens, der Französischen Gemeinschaft und der Wallonischen Region in Berlin) sowie Luc Paque (Vertreter der Föderation Wallonie-Brüssel bei der EU). Hierbei wurden die feinen Unterschiede in ihren innerbelgischen und europapolitischen Auffassungen deutlich. Gleichzeitig wurde auf diesem Weg so manchem deutschen Zuhörer die Komplexität des politischen Systems Belgiens einmal mehr vor Augen geführt. Insgesamt, so Volker Peckhaus als Dekan der Fakultät für Kulturwissenschaften, sei Belgien eben nicht nur als Beispiel für den berühmten belgischen Konsens so spannend, sondern auch für den Umgang mit Einheit in Vielfalt.

Abgerundet wurde der Tag durch ein Konzert des belgischen Jazz-Duos SCHNTZL, ausgerichtet von der belgischen Botschaft.

Schließlich weisen wir gerne darauf hin, dass es ab dem Wintersemester 2017/18 allen Studierenden der Universität Paderborn möglich sein wird, ein Belgienzertifikat zu erwerben. Hier finden Sie mehr Informationen (PDF-Datei).

 

„Belgien und Europa“ war das Thema des ersten Belgientags am BELZ in Paderborn

Bildnachweis: Bernhard Liemann/FID Benelux

Veranstaltung [Paderborn, 09.05.2017]: Erster Belgientag am BELZ


Unter dem Thema „Belgien und Europa“ findet am 9. Mai 2017 der erste Belgientag am Belgienzentrum (BELZ) an der Universität Paderborn statt.

Hier finden Sie das Programm als PDF-Datei.

Anmeldungen nimmt Frau Martina Welling entgegen.

Logo Belgienzentrum (BELZ)

Bildnachweis: © Belgienzentrum (BELZ)

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