Kennen Sie schon das Museumskoffer-Projekt am BELZ?

Im Rahmen des zweiten Belgientags am Belgienzentrum (BELZ) der Universität Paderborn (siehe unseren Beitrag vom 22.04.2018) fand auch eine Präsentation ausgewählter Museumskoffer statt. Museumskoffer sind didaktische Medien, die anhand repräsentativer Objekte im Raum eines Koffers spezifische Thematiken anschaulich präsentieren und vermitteln. Sie werden vor allem von Museen und Schulen als Unterrichtsmedien genutzt. An der Universität Paderborn werden sie im Fach Kunst seit 2002 in Seminaren und Projekten von Studierenden hergestellt.

In Kooperation mit der Université catholique de Louvain (Geneviève Warland) und der Stiftung Museum der Belgischen Streitkräfte in Deutschland in Soest haben belgisch-deutsche Studierende nun die Möglichkeit gehabt, eigene Museumskoffer zu entwerfen. Sehen Sie hierzu auch den Fernsehbeitrag der WDR Lokalzeit OWL vom 16.05.2018.

An dieser Stelle möchten wir Ihnen als Beispiel den bereits fertigen Museumskoffer zum Thema „Belgisch-Kongo“ präsentieren, den die Studierende Anna Kaup im Rahmen einer Masterarbeit im Fach Kunst an der Universität Paderborn erstellt hat:

„Der Museumskoffer „Belgisch-Kongo“ soll mit Hilfe einer fiktiven Biografie eines belgischen Soldaten, welcher 1955 in den Belgisch-Kongo kommt, eine kritische Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit anregen. Im Zentrum steht das Tagebuch des Soldaten Hain Van Elslander, welcher in seiner Erzählung auf die folgenschweren Geschehnisse des Kongo-Freistaats zurückblickt und insbesondere den Belgisch-Kongo fokussiert.
Die Erlebnisse des Soldaten bilden den Rahmen des Koffers, in dem eine Vielzahl von Objekten aus der Erzählung des Tagebuchs wiederzufinden ist. Zudem ist der Koffer in zwei Hälften unterteilt: Eine Seite zeigt die persönlichen Dinge des Soldaten, wie eine Feldflasche, das persönliche Barett, eine Erkennungsmarke, ein Fotoalbum etc. In der rechten Hälfte des Museumskoffers hingegen sind Kulturgüter des Kongo zu finden. Hier stehen authentische Objekte eher klischeebehafteten Gegenständen und Materialien gegenüber, wodurch kritische Reflexionen in Bezug auf Stereotype und Vorurteile entstehen können. Der Comic „Tim im Kongo“ soll beispielsweise durch pädagogische Arbeitsanregungen und Reflexionsfragen zu Diskussionen über rassistische Denkansätze anregen.
Im Koffer sind zudem zu ausgewählten Objekten didaktisch-methodische Anregungen zu finden, welche handlungsorientierte und individuelle Herangehensweisen an die Thematik bieten.“ (Anna Kaup)

Spezielle Informationen zum Museumskoffer „Belgisch-Kongo“ erhalten Sie bei Anna Kaup. Weitere Informationen zum Museumskoffer-Projekt erhalten Sie bei Sabine Schmitz, der Vorstandsvorsitzenden des BELZ an der Universität Paderborn.

Museumskoffer „Belgisch Kongo“ von Anna Kaup

Bildnachweis: Anna Kaup

10.-18.03.2018: Boekenweek in den Niederlanden und Flandern

Die alljährlich veranstaltete Boekenweek wurde am Freitagabend in der Stadsschouwburg Amsterdam mit dem traditionellen Boekenbal eröffnet. Rund um das Thema Natuur stehen bis zum 18. März zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen auf dem Programm.

Wer in diesem Zeitraum für mindestens 12,50 Euro im niederländischen Buchhandel einkauft, erhält die Novelle Gezien de feiten von Griet Op de Beeck gratis als Boekenweekgeschenk dazu. Das Boekenweek-Essay mit dem Titel Natuurlijk wurde in diesem Jahr von Jan Terlouw verfasst.

Alles Wissenswerte zur diesjährigen Boekenweek erfahren Sie hier.

Jan Terlouw

Bildnachweis: See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

Stellenangebote bei der Euregio Rhein-Waal in Kleve

Entlang der deutsch-niederländischen Grenze wird das INTERREG-Programm Deutschland-Nederland, ein europäisches Programm zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, durchgeführt. Im Rahmen dieses Programms sucht die Euregio Rhein-Waal für das Gemeinsame INTERREG-Sekretariat zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine Verstärkung für das Team.

Gesucht werden ein(e) Junior Programmmitarbeiter(in) und ein(e) Senior Programmmitarbeiter(in). Sehr gute Kenntnisse der deutschen und der niederländischen Sprache werden vorausgesetzt.

Die Bewerbungsfrist für beide Stellen ist der 7. Februar 2018.

Mehr Informationen zu den Stellenausschreibungen erhalten Sie auf den Seiten von INTERREG Deutschland-Nederland.

 

Haus Schmithausen in Kleve, Sitz der Euregio Rhein-Waal

Bildnachweis: By Pieter Delicaat (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Taalunie Toneelschrijfprijs 2017 für Ilja Leonard Pfeijffer

Die niederländische Schriftsteller Ilja Leonard Pfeijffer (Rijswijk, 1965) wurde für sein Theaterstück De advocaat mit dem Taalunie Toneelschrijfprijs, dem niederländisch-flämischen Preis für den besten Theatertext der letzten Saison, ausgezeichnet. Unter den insgesamt 37 Einsendungen konnte er sich am Ende gegen die ebenfalls nominierten Rik van den Bos mit Find me a boring stone und Freek Mariën mit De schaar van de tsaar durchsetzen.

Mehr Informationen …

Ilja Leonard Pfeijffer (2015)

 Bildnachweis: By Vera de Kok (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

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Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens lanciert Standortmarke „Ostbelgien“

Aktuell berichtet Tagesschau.de über die Umbenennung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens in „Ostbelgien“. Hier können Sie den Artikel lesen bzw. den zugrunde liegenden Radiobeitrag des WDR hören.

Seit dem Frühjahr 2017 werben die Regierung und das Ministerium bereits mit der Standortmarke Ostbelgien, wie der öffentlich-rechtliche Belgische Rundfunk (BRF) am 16. März 2017 berichtet:

Der Begriff ist nicht neu, nun soll „Ostbelgien“ aber gezielt als Marke eingesetzt werden, um den Wirtschafts- und Lebensstandort bekannt zu machen. Unternehmer, Kulturschaffende, Vereinigungen und andere Interessenten können sich dieser Marke anschließen. In erster Linie soll die Vermarktungsstrategie Ostbelgien als Wirtschafts- und Lebensstandort bekannt machen. Das geschieht ausdrücklich mit der deutschen Bezeichnung „Ostbelgien“. Sie tritt in der Außendarstellung an die Stelle des Kürzels DG für Deutschsprachige Gemeinschaft.“

Es überrascht nicht, dass diese Entscheidung im komplexen föderativen Gefüge des Königreichs Belgien für Konfliktstoff sorgt. So bezweifelt der wallonische Essayist und Rattachist Jules Gheude in seinem Kommentar Vous avez dit Ostbelgien?“ (La Libre, 6. April 2017), ob diese Umbenennung in Einklang mit der belgischen Verfassung steht.

Genau diese Zweifel scheint Ministerpräsident Oliver Paasch von der Regionalpartei ProDG bereits im Grenzecho vom 14. März 2017 ausräumen zu wollen, indem er betont: „Wir bleiben natürlich die Deutschsprachige Gemeinschaft. Das steht ja auch so in der Verfassung. Aber in der Außendarstellung stellen wir uns komplett unter das Dach Ostbelgien.

Das Nachrichtenportal Ostbelgiendirekt merkt hierzu an: „Was auf den ersten Blick nach Haarspalterei ausschaut, ist durchaus von Brisanz, denn rein formal könnte zum Beispiel ein Beschluss der Regierung oder des Parlaments, in dem von „Ostbelgien“ statt von der „Deutschsprachigen Gemeinschaft“ die Rede ist, angefochten werden.“ (Ostbelgiendirekt.be, 6. April 2017)

Die beiden flämischen Tageszeitungen De Standaard und De Morgen drucken zum Thema lediglich eine BELGA-Agenturmeldung ab.

Wer noch mehr über die „Standortmarke Ostbelgien“ wissen möchte, findet hier zwei Beiträge vom BRF vom 20. September 2016: „Ostbelgien“ anstelle von „DG“ und Hat „DG“ ausgedient?

Die Markenarchitektur für Ostbelgien finden Sie hier.

In diesem Kontext ebenfalls interessant ist ein Beitrag in Ostbelgiendirekt vom 29. November 2013: DG, Ostbelgien, Vennland: Wie sollen wir unser Gebiet eigentlich nennen?

Haus Grand Ry in Eupen, seit 1984 Regierungssitz der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien

Bildnachweis: By Eupen011.jpg: Frinck51, Private collection derivative work: Alupus (Eupen011.jpg) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Neu im Web: Artikel „Nachkriegsprozesse gegen Gestapo-Beamte vor dem Gerichtshof für Kriegsverbrechen in Luxemburg (1949-1951)“

Im „Portal Rheinische Geschichte“ hat Jill Steinmetz den Artikel „Nachkriegsprozesse gegen Gestapo-Beamte vor dem Gerichtshof für Kriegsverbrechen in Luxemburg (1949-1951)“ veröffentlicht.

Hier gelangen Sie zum Artikel.

Das Internetangebot „Portal Rheinische Geschichte“ wird herausgegeben vom Landschaftsverband Rheinland (LVR). Die Redaktion ist beim LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn angesiedelt.

Die Villa Pauly, 1940-44 Hauptquartier der Gestapo in Luxemburg, heute Erinnerungsort mit Dokumentations- und Forschungszentrum zur Geschichte des luxemburgischen Widerstands

Bildnachweis: By Zinneke (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Frohe Ostern – Prettige Paasdagen – Joyeuses Pâques – Schéin Ouschteren