Tagungsbericht: Port Cities and Migration in the Modern Era


Auf H-Soz-u-Kult ist ein Tagungsbericht von Kristof Loockx über die internationale Konferenz Port Cities and Migration in the Modern Era erschienen, die am 23. und 24. November 2017 am Centre for European Research (CERGU) der Universität Göteborg stattgefunden hat. Organisatorin war Christina Reimann.

  • Paul van de Laar (Erasmus Universiteit Rotterdam): Rotterdam’s Superdiversity. A Historical Perspective 1900-2000.
  • Daniel Tödt (Humboldt-Universität Berlin): Temporary Accommodation, Colonial Welcome Culture. African Seafarers on Shore Leave in Antwerp and Marseille (1920-1960).
  • Anne Winter (Vrije Universiteit Brussel) & Hilde Greefs (Universiteit Antwerpen): Port Cities as Nodes in Migration Trajectories. Spatial Recruitment Patterns of Foreign Newcomers to Antwerp, 1850-1880
  • Kristof Loockx (Universiteit Antwerpen): Migration Trajectories of Seafarers. Evidence from Antwerp, 1850-1914.

Hier geht es zum Tagungsbericht auf H-Soz-u-Kult.

Dissertation Renée Wagener: Die jüdische Minderheit in Luxemburg


„Die jüdische Minderheit in Luxemburg und das Gleichheitsprinzip. Staatsbürgerliche Emanzipation vs. staatliche und gesellschaftliche Praxis vom 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts“ lautet der Titel der Dissertation, mit der die luxemburgische Historikerin Renée Wagener 2017 an der Fernuniversität Hagen promoviert wurde.

Zitat aus dem Klappentext: „Der in der jüdischen Emanzipation enthaltene Gleichheitsgedanke erfuhr in der Lebenswirklichkeit der Juden und Jüdinnen Luxemburgs nur teilweise seine Umsetzung. Die gesellschaftliche Marginalisierung der jüdischen Minderheit äußerte sich in antisemitischer Diffamation oder in Passivität angesichts von rassisch begründeter Verfolgung, die staatliche Diskriminierung zeigte sich im Umgang mit der jüdischen Minderheit als einer minoritären Religionsgemeinschaft oder bei der Entschädigungspolitik der Nachkriegszeit. Welche Faktoren aber führten dazu, dass dieser Gleichheitsgedanke nicht integral verwirklicht wurde? Welche Mechanismen verhinderten bzw. erschwerten die Verwirklichung des Gleichheitsprinzips? Welche Strategien entwickelten die Angehörigen der jüdischen Minderheit, um ihr Recht auf Gleichbehandlung durchzusetzen? Und inwiefern stellt sich am Beginn des 21. Jahrhundert die Frage der staatsbürgerlichen Anerkennung der jüdischen Minderheit noch? Die vorliegende Arbeit versucht, Antworten auf diese Fragen zu geben.“

Hier finden Sie den Link zum Volltext der Dissertation.

Naziaufmarsch vor der Alten Synagoge in Luxemburg, die 1943 von den deutschen Besatzern zerstört wurde (Foto zwischen 1940 und 1943)

Bildnachweis: See page for author [CC BY-SA 3.0 lu], via Wikimedia Commons

Nationaal Archief in Den Haag: Aufhebung der Sperrfrist für Archivgut 2018


Am heutigen 2. Januar 2018 begeht das Nationaal Archief in Den Haag seinen diesjährigen Openbaarheidsdag. An diesem Tag kann erstmalig ohne Einschränkung das Archivgut eingesehen werden, dessen Sperrfrist nach 25, 40 oder 75 Jahren nunmehr abgelaufen ist.

Wie das Nationaal Archief mitteilt, handelt es sich unter anderem um die folgenden neu geöffneten Archivbestände:

  • Ministerie van Buitenlandse Zaken te Londen (Londens Archief), Centrale Inlichtingen Dienst: Kontakte zu einem potentiellen Widerständler im Stab von Heinrich Himmler (1942)
  • Nederlands Beheersinstituut (NBI): die Übernahme von feindlichem Vermögen ab 1944, ca. 180.000 Dossiers, darunter auch zum ehemaligen Kaiser Wilhelm II., Anton Mussert und Bechtold Eugen Graf von Bernstorff (Privateigentümer der Insel Schiermonnikoog)
  • Ministerie van Onderwijs en Wetenschappen, de Centrale Raad voor de Kernenergie: Zusammenarbeit mit Deutschland beim Bau von Atomkraftwerken (Brutreaktoren) (1967)
  • Ministerie van Economische Zaken, Ministerraad: Sozialversicherungsabkommen zwischen den Niederlanden und der Bundesrepublik Deutschland (1992)

Hier finden Sie die vollständige Liste (PDF-Datei, 1203 Seiten) mit allen Archivbeständen des Nationaal Archief, die seit Anfang 2018 neu einsehbar sind.

Vor einem Besuch können Sie über die Seite www.gahetna.nl bequem von zu Hause aus in den gesamten Beständen recherchieren und Archivgut zur Einsicht anfragen.

Das Archivgut kann ausschließlich im Lesesaal des Nationaal Archief in Den Haag eingesehen werden.

Konferenz [Luxemburg/Belval, 24.-26.01.2018]: Microhistories of Flight from Nazi Germany


Vom 24. bis 26.01.2018 findet in Luxemburg und auf dem Campus Belval in Esch-sur-Alzette die Konferenz The Way Out. Microhistories of Flight from Nazi Germany statt.

Die Konferenz wird organisiert in Kooperation des Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C²DH) / Universität Luxemburg, des Institut d’histoire moderne et contemporaine, Ecole normale supérieure, Paris (CNRS), des Instituts für Zeitgeschichte, München und des Instituut voor oorlogs-, holocaust- en genocidestudies, Amsterdam (NIOD).

Im Programm finden sich zahlreiche Beiträge mit dezidiertem Benelux-Bezug:

  • Germaine Goetzinger (Centre national de littérature, Luxemburg): “Mischehen” jüdischer Emigranten in Luxemburg
  • Afke Berger (Universiteit van Amsterdam): Admitted – Rejected. A digital data analysis of Jewish requests for asylum in the Netherlands, 1938-1939
  • Christine Kausch (Westfälische Wilhelms-Universität Münster): From individual to collective history. Jewish refugees in the Netherlands (1933-1945)
  • Geraldien von Frijtag Drabbe Kunzel (Universiteit Utrecht): A foreign country. Concepts of collective and individual identity among German-Jewish refugees in the Netherlands
  • Ludo Verbist (Kazerne Dossin, Mechelen): The fate of the Jews at the “Green Border”
  • Renée Wagener: Pour des raisons d’opportunité. Une famille juive en quête de refuge au Luxembourg face à l’attitude de l’administration
  • Vincent Artuso (Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History, Universität Luxemburg): Administrating chaos. Albert Nussbaum’s role in the organisation of the escape route from Lisbon (August 1940-March 1942)
  • Wolfgang Schmitt-Koelzer (Emil-Frank Institut, Universität Trier): Die NS Arbeitsverwaltung holt die Geflüchteten und Emigranten ein – Verfolgung, Zwangsarbeit und Entschädigung am Beispiel Luxemburg
  • Angela Boone: German Jewish refugees in the Netherlands between 1945 and 1951

Hier finden Sie mehr Informationen zur Konferenz.

Vortrag [Bremen, 20.12.2017]: Karwan J. Fatah-Black – Swiss and German Migration to the Dutch Atlantic


Karwan J. Fatah-Black (Universiteit Leiden) hält am 20. Dezember 2017 um 18 Uhr im Rahmen des Forschungskolloquiums zur Neueren Geschichte (Universität Bremen) einen Vortrag mit dem Titel „Swiss and German Migration to the Dutch Atlantic“.

Der Vortrag findet im Raum SFG 1020 statt (Seminar- und Forschungsverfügungsgebäude, Enrique-Schmidt-Straße 7).

Download: Plakat der Veranstaltung (als PDF-Datei)

Workshop [Maastricht, 12.01.2018]: Sociolinguistics. Language, place and belonging


Am 12. Januar 2018 findet am Lehrstuhl Language culture in Limburg der Universiteit Maastricht der Workshop Sociolinguistics. Language, place and belonging statt.

Aus dem Programm:

  • Pia Quist (Københavns Universitet): The Copenhagen Language and Place Project: New Insights
  • Jolien Makkinga (Universiteit Maastricht/Meertens Instituut): “Hi Honey”: address terms in a nursing home and belonging
  • Nantke Pecht (Universiteit Maastricht): Mixed language practices in a former mining district: The case of Eisden- Cité
  • Charles van Leeuwen (Universiteit Maastricht): Regional identity in Limburgian songs: some patterns
  • Lysbeth Jongbloed (Universiteit Maastricht/Fryske Akademy): Local identity construction on social media
  • Pomme van de Weerd (Universiteit Maastricht): Social categorization and linguistic identification among vocational school pupils in Venlo
  • Barbara Johnstone (Carnegie Mellon University, Pittsburgh): How I Got Interested in Language and Place

Hier finden Sie mehr Informationen zum Workshop.

Bitte melden Sie sich an unter secr.hislk@maastrichtuniversity.nl.

Open-Access-Publikation: Christie Miedema – Vrede of vrijheid?


Am 13. Dezember 1981 verhängte General Wojciech Jaruzelski in Polen das Kriegsrecht. Im Kontext des sogenannten ‚zweiten Kalten Krieges’ der frühen 1980er Jahre war dies aber viel mehr als ein nur polnisches Ereignis. Im Westen weckten die Panzer auf den polnischen Straßen Gefühle von Wut und Ohnmacht, teilweise aber auch Erleichterung. Vor allem linke Organisationen taten sich häufig schwer, die Ereignisse einzuordnen: Wie verurteilte man eine staatssozialistische Regierung, ohne mit rechten Politikern wie Ronald Reagan und Franz Josef Strauß in einen Topf geworfen zu werden? Friedensaktivisten, Sozialdemokraten und Gewerkschaftler in den Niederlanden und Westdeutschland sahen sich mit einem Dilemma konfrontiert: Sollten sie sich für Frieden entscheiden, indem man die Opposition als ‚Störfaktor’ ignorierte und damit die Entspannungspolitik rettete? Oder war Freiheit wichtiger, so dass man die Opposition aus der Ferne unterstützte?

Die Haltung niederländischer und bundesdeutscher linker Organisationen gegenüber der polnischen Opposition in den 1980er Jahren ist das Thema einer Studie, mit der die niederländische Historikerin Christie Miedema 2015 an der Universiteit van Amsterdam promoviert wurde. Ihr Buch Vrede of vrijheid? Dilemma’s, dialoog en misverstanden tussen Nederlandse en West-Duitse linkse organisaties en de Poolse oppositie in de jaren tachtig ist 2015 bei Amsterdam University Press erschienen und jetzt auch als Open-Access-Publikation zugänglich. Miedemas Forschung umfasst die ganzen 1980er Jahre, von den außergewöhnlichen Ereignissen, die 1981 in Polen zum Kriegsrecht führten, bis zur Wende von 1989.

Hier finden Sie den Link zur Open-Access-Publikation.

Hier finden Sie den Link zur Verlagsinformation.

Hier finden Sie weitere Informationen im Blog von Christie Miedema (darunter Rezensionen).

Demonstration vor der polnischen Botschaft in Den Haag am 14. Januar 1982

Bildnachweis: Croes, Rob C. / Anefo, Nationaal Archief / Fotocollectie Anefo, CC0

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