Aktuelle Neuerscheinungen zur Beneluxforschung


Gerne machen wir Sie auf folgende drei Neuerscheinungen zur Beneluxforschung aufmerksam:

  • Dormal, Michel: Politische Repräsentation und vorgestellte Gemeinschaft. Demokratisierung und Nationsbildung in Luxemburg (1789-1940) (Luxemburg-Studien = Études luxembourgeoises, Band 13). Frankfurt am Main: Peter Lang Edition, 2017 (zugleich Dissertation Universität Luxemburg, Universität Trier, 2014). ISBN 978-3-631-71731-8

Zitat aus dem Klappentext: „Anhand zahlreicher Quellen schildert der Autor die Wechselwirkung zwischen Demokratisierung und Nationsbildung in Luxemburg im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sein Befund: Die Nation entstand nicht aus einer ursprünglichen Einheit, sondern aus dem politischen Konflikt heraus. Der lange Kampf um die politische Repräsentation schuf eine neue Vorstellung von Gemeinschaft. Worin die Identität dieser Gemeinschaft besteht, bleibt in der Demokratie aber immer umstritten. Knapp hundert Jahre nach der Einführung des allgemeinen Wahlrechts und der Volkssouveränität bietet das Buch damit zugleich die erste umfassende Geschichte der «demokratischen Revolution» in Luxemburg.“

 

  • Zindler, Frederike: Kultur ist Politik ist Kultur. Der Emigrant und „Holländer“ H. Wielek (1912-1988) als Mittler im deutsch-niederländischen Raum. Wien: Praesens Verlag, 2017 (zugleich Dissertation Westfälische Wilhelms-Universität Münster 2016). ISBN 978-3-7069-0917-4

Zitat aus dem Klappentext: „Der in Deutschland geborene (jüdische) Wilhelm Kweksilber floh 1933 aufgrund seines politischen Engagements nach Amsterdam, wo er als Publizist, Rezensent und Leiter des Gemeindedienstes für sozial-kulturelle Arbeit tätig war. Sein Pseudonym H. Wielek verwendete er nach Ende des Zweiten Weltkriegs weiter für sein freies Engagement, das in dieser Mittlerstudie belichtet wird. Mit zahllosen Publikationen und Auftritten trug er zur Verbreitung deutscher Filme und Bücher in den Niederlanden bei.“

 

  • Happe, Katja: Viele falsche Hoffnungen. Judenverfolgung in den Niederlanden 1940-1945. Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2017. ISBN 978-3-506-78424-7

Zitat aus dem Klappentext: „Zwischen 1940 und 1945 kamen drei Viertel der niederländischen Juden im Holocaust um – ein höherer Anteil als in allen anderen Ländern Nord- und Westeuropas. Der vorliegende Band ist die erste Darstellung der Judenverfolgung in den Niederlanden auf Deutsch. Dabei richtet die Autorin ein besonderes Augenmerk auf die ausländischen Hilfsbemühungen zur Rettung der Juden in den Niederlanden. Denn die entsprechenden Aktivitäten der niederländischen Exilregierung und ausländischer Hilfsorganisationen sind bislang kaum näher untersucht worden.“

 

Alle Titel sind im Bestand des FID Benelux und können direkt vor Ort oder per Fernleihe entliehen werden.

Bildnachweis: Coverabbildung mit freundlicher Genehmigung des Ferdinand Schöningh Verlags

 

Onlinequellen zu niederländischen Regierungsbildungen (2002-2017)


Nach den Wahlen vom 15. März 2017 und fast siebenmonatigen Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen haben die Niederlande seit der letzten Woche eine neue Regierung. Nach der Vereidigung durch König Willem-Alexander präsentierte sich das „Kabinet-Rutte III“ am Huis ten Bosch zum traditionellen Gruppenfoto, der sogenannten bordesscène.

Erstmals kommt es in den Niederlanden zu einer Regierungskoalition aus den Parteien VVD, CDA, D66 und ChristenUnie. Bereits am 10. Oktober 2017 war der Koalitionsvertrag mit dem Titel „Vertrouwen in de toekomst“ vorgestellt worden.

Hier finden Sie den Koalitionsvertrag 2017 („Vertrouwen in de toekomst“).

Einen detaillierten Bericht über die Kabinetsformatie 2017 inklusive zahlreicher Onlinequellen finden Sie auf den Internetseiten der Tweede Kamer.

Die Dokumente aller sieben Regierungsbildungen seit 2002 finden Sie hier online.

Lesen Sie zur diesjährigen Regierungsbildung „Kabinet-Rutte III“ auch den Beitrag in NiederlandeNet.

Open Access: Grenzüberschreitend forschen | Grensoverschrijdend onderzoeken


Pünktlich zur Open-Access-Woche 2017 ist der zweite Band der FID Benelux – Open Access Publications erschienen:

Grenzüberschreitend forschen.  Zusammenfassungen ausgewählter Abschlussarbeiten des Masterstudiengangs Niederlande-Deutschland-Studien | Grensoverschrijdend onderzoeken. Samenvattingen van geselecteerde eindscripties van de masterstudie Nederland-Duitsland-Studies

Niederlande-Deutschland-Studien ist ein binationaler, multidisziplinärer Joint-Degree-Masterstudiengang der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Radboud Universiteit in Nimwegen. Herausgeber/innen des Sammelbandes, der in der Reihe Schriften aus dem Haus der Niederlande veröffentlicht wird, sind Sabine Jentges, Paul Sars, Friso Wielenga und Markus Wilp.

Die Publikation wurde unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 International lizenziert. Der dauerhafte Zugriff auf das Werk und damit auch dessen Referenzierbarkeit und Zitierbarkeit wird über eine eigene URN (Uniform Resource Name) gewährleistet.

Folgen Sie diesem Link zur Open-Access-Ausgabe des Titels. Die Druckausgabe kann über den Onlineshop des Verlags, per E-Mail oder über den Buchhandel bestellt werden.

 

 

Lesen Sie hier unseren Bericht zu Band 1 der FID Benelux – Open Access Publications.

Tagungsbericht: 9. ADNG-Workshop – Hafen, Metropole, Hinterland: Hamburg und Rotterdam im 20. Jahrhundert [Hamburg, 24.-25.03.2017]


Bei H-Soz-u-Kult ist ein Tagungsbericht von Alexander Brede über den 9. Workshop des Arbeitskreises Deutsch-Niederländische Geschichte (ADNG/WDNG) erschienen, der am 24. und 25. März 2017 in Kooperation mit der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) stattgefunden hat.

Der Titel des Workshops lautete: Hafen, Metropole, Hinterland: Hamburg und Rotterdam im 20. Jahrhundert.

Hier geht es zum Tagungsbericht bei H-Soz-u-Kult.

Die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH), Tagungsort des 9. ADNG-Workshops

Bildnachweis: Ilona Riek/FID Benelux

CfP: 10. ADNG/WDNG Workshop [Leeuwarden, 22.-23.02.2018]: Creative communities in cities and regions. Historical case-studies from Germany and the Benelux-countries


Der Arbeitskreis Deutsch-Niederländische Geschichte (ADNG) organisiert seit 2010 jährlich einen Workshop, um laufende Forschungsprojekte vorzustellen und kritisch zu diskutieren.

In diesem Jahr findet der nunmehr zehnte Workshop am 22. und 23. Februar 2018 in Leeuwarden, der Europäischen Kulturhauptstadt 2018, statt. Gastgeber ist die Fryske Akademy, ein Institut der Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen. Das Duitsland Instituut Amsterdam und das N.W. Posthumus Instituut treten als Sponsoren auf.

Der diesjährige Workshop träft den Titel „Creative communities in cities and regions. Historical case-studies from Germany and the Benelux-countries“. Hierfür bittet der ADNG um Vorschläge für Beiträge. Aus dem Call for Papers:

Der Workshop bietet zunächst Raum für neue Projektvorstellungen auf dem Forschungsfeld des […] […] […] ADNG, z.B. zur jüngeren Geschichte von Verflechtungen, Wahrnehmungen, Beziehungen, Transfer und Konflikt zwischen Deutschland und den Niederlanden. […] […] […] Im Anschluss steht die Geschichte der creative communities und der dynamischen Beziehungen zwischen Kultur und Wirtschaft in Deutschland und den Benelux-Ländern im Vordergrund. Mit diesem Schwerpunkt reflektiert der Arbeitskreis das Programm Leeuwardens als Kulturhauptstadt Europas. […] […] […]. Historische Fallstudien können sich zum Beispiel auf folgende Themen beziehen:

• Cultural Industries in Städten und Regionen
• „Festivalisierung” von lokaler und internationaler Kulturpolitik (Kulturhauptstadt Europas)
• Cultural Heritage als Ressource und Instrument der Stadtentwicklung
• Konstruktionen und Kampagnen städtischer und regionaler Images
• Lokale und regionale Strategiepläne für Kultur und Tourismus

[…] […] […] Der Arbeitskreis möchte insbesondere junge Wissenschaftler, wie Promovenden und Post-Docs, aber auch Masterstudenten von beiden Seiten der Grenze zur Teilnahme ermutigen. Geplant ist eine Veröffentlichung der ausgearbeiteten Papers. Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei; eine Übernahme der Reise- und Übernachtungskosten für Referenten wird angestrebt.

Abstracts (300 Wörter) mit kurzen biografischen Angaben können bis zum 1. November 2017 an Dr. Marijn Molema (Fryske Akademy) und Dr. Krijn Thijs (Duitsland Instituut Amsterdam) gesendet werden.

Mehr Informationen …

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:120519_Coulonh%C3%BBs_(Fryske_Akademy)_Leeuwarden_NL.jpg?uselang=de

Tagungsort des 10. ADNG/WDNG-Workshops: das Coulonhûs in Leeuwarden, Sitz der Fryske Akademy

Bildnachweis: Wutsje / Wikimedia Commons, via Wikimedia Commons

Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens lanciert Standortmarke „Ostbelgien“


Aktuell berichtet Tagesschau.de über die Umbenennung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens in „Ostbelgien“. Hier können Sie den Artikel lesen bzw. den zugrunde liegenden Radiobeitrag des WDR hören.

Seit dem Frühjahr 2017 werben die Regierung und das Ministerium bereits mit der Standortmarke Ostbelgien, wie der öffentlich-rechtliche Belgische Rundfunk (BRF) am 16. März 2017 berichtet:

Der Begriff ist nicht neu, nun soll „Ostbelgien“ aber gezielt als Marke eingesetzt werden, um den Wirtschafts- und Lebensstandort bekannt zu machen. Unternehmer, Kulturschaffende, Vereinigungen und andere Interessenten können sich dieser Marke anschließen. In erster Linie soll die Vermarktungsstrategie Ostbelgien als Wirtschafts- und Lebensstandort bekannt machen. Das geschieht ausdrücklich mit der deutschen Bezeichnung „Ostbelgien“. Sie tritt in der Außendarstellung an die Stelle des Kürzels DG für Deutschsprachige Gemeinschaft.“

Es überrascht nicht, dass diese Entscheidung im komplexen föderativen Gefüge des Königreichs Belgien für Konfliktstoff sorgt. So bezweifelt der wallonische Essayist und Rattachist Jules Gheude in seinem Kommentar Vous avez dit Ostbelgien?“ (La Libre, 6. April 2017), ob diese Umbenennung in Einklang mit der belgischen Verfassung steht.

Genau diese Zweifel scheint Ministerpräsident Oliver Paasch von der Regionalpartei ProDG bereits im Grenzecho vom 14. März 2017 ausräumen zu wollen, indem er betont: „Wir bleiben natürlich die Deutschsprachige Gemeinschaft. Das steht ja auch so in der Verfassung. Aber in der Außendarstellung stellen wir uns komplett unter das Dach Ostbelgien.

Das Nachrichtenportal Ostbelgiendirekt merkt hierzu an: „Was auf den ersten Blick nach Haarspalterei ausschaut, ist durchaus von Brisanz, denn rein formal könnte zum Beispiel ein Beschluss der Regierung oder des Parlaments, in dem von „Ostbelgien“ statt von der „Deutschsprachigen Gemeinschaft“ die Rede ist, angefochten werden.“ (Ostbelgiendirekt.be, 6. April 2017)

Die beiden flämischen Tageszeitungen De Standaard und De Morgen drucken zum Thema lediglich eine BELGA-Agenturmeldung ab.

Wer noch mehr über die „Standortmarke Ostbelgien“ wissen möchte, findet hier zwei Beiträge vom BRF vom 20. September 2016: „Ostbelgien“ anstelle von „DG“ und Hat „DG“ ausgedient?

Die Markenarchitektur für Ostbelgien finden Sie hier.

In diesem Kontext ebenfalls interessant ist ein Beitrag in Ostbelgiendirekt vom 29. November 2013: DG, Ostbelgien, Vennland: Wie sollen wir unser Gebiet eigentlich nennen?

Haus Grand Ry in Eupen, seit 1984 Regierungssitz der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien

Bildnachweis: By Eupen011.jpg: Frinck51, Private collection derivative work: Alupus (Eupen011.jpg) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Vortrag [Essen, 18.07.2017]: Susanne Hennecke – Zur Schnittstelle zwischen Religion und Politik in den Niederlanden


PD Dr. Susanne Hennecke (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) hält am 18.07.2017 um 18 Uhr im Rahmen des Kolloquiums zur Geschichte, Kultur und Sprache der Rhein-Maas-Region (Universität Duisburg-Essen) einen Vortrag mit dem Titel „Zur Schnittstelle zwischen Religion und Politik in den Niederlanden“.

Dieser Vortrag wird in Kooperation mit dem Institut für niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung (InKuR) durchgeführt und findet am Campus Essen im Raum R12 S05 H20 statt (Universitätsstraße 12).

Download: Plakat der Veranstaltung (als PDF-Datei)

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